Sonntag, 15. November 2009

A thing called love

Ignorieren Sie das schräge Video, ignorieren Sie die putzigen Kostüme, ignorieren Sie den gepixelten nackten Allerwertesten des Herrn mit der Löwenmähne und meintewegen ignorieren Sie sogar die Van Hale'schen Anlehnungen. Aber bitte tun Sie jetzt eines: stöpseln Sie die Kopfhörer ein, drehen Sie den Lautstärkenregler auf laut und singen und tanzen Sie wie ein Derwisch bis Sie sich in den Kabeln verheddern und den Laptop vom Tisch reißen. Tun Sie es. Jetzt. Sofort. Egal wer dabei zuschaut. I believe in a thing called love. Wenn man das ganz laut singt, fängt man wirklich an, wieder daran zu glauben, daß noch nicht aller Tage Abend ist.

Unpraktischer Nebeneffekt: ich hatte plötzlich das unbändige Bedürfnis zu knutschen. War bloß keiner da, den ich hätte beglücken können.

Donnerstag, 12. November 2009

Love me tender

Die größte Barriere zwischen ihm und mir ist wahrscheinlich in meinem Kopf, das ist mir klar, aber was würden Sie tun, wenn Sie neben jemanden im Bett liegen, neben dem Sie schon sehr oft aufgewacht sind, und der macht überhaupt nicht den Eindruck, als wäre er an Körperkontakt - in welcher Form auch immer - interessiert. Ich jedenfalls konnte mich nicht überwinden, einfach den Arm auszustrecken oder was auch immer, und so blieb es dann bei zufälligen Berührungen und Smalltalk am Morgen und mir war danach immerhin endlich klar, daß ein gewisses Begehren, und sei es nur momentan-spontan, schon vorhanden sein muß, sonst wird aus einer friend with benefits Geschichte irgendwann Geschwisterliebe. Und die ganze Zeit, während wir so nebeneinander im Dunkeln lagen, wollte ich ihn eigentlich nur eines fragen, nämlich ob er mich in irgendeiner Form anziehend findet, und wenn nicht, wieso er dann überhaupt bei mir übernachtet, weil wenns nur um die gepflegte Abendunterhaltung geht, hätte Kino ja eigentlich auch gereicht. Und wo bleibt da überhaupt der benefit, wundere ich mich, wenn man sich am nächsten Morgen nicht sicher ist, ob man sich dieses seltsame Verhältnis weiterhin antun soll, wo man doch gar nichts davon hat, außer diesem dumpfen Gefühl, irgendwelchen dubiosen Ansprüchen eines fünf Jahre jüngeren und erektil gehandicappten Kerls nicht zu genügen.


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